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Architektur und Bau Forum Nr 10 Mai 05 Seite 12



Als ich mich mit meinem Freund und Partner Rifat Kurtagic entschloss eine totale Neuinterpretation des Wiederaufbaus der Brücke von Mostar zu planen, die am 9. November 1993 in die Neretva gebombt wurde, um einerseits den Bruch der Geschichte durch den Krieg sichtbar zu machen und andererseits ein Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zukunft zu setzen, war uns die Dimension in die wir uns hineinbewegten nicht klar. Sehr bald aber bemerkten wir, dass es nicht nur ein künstlerisches, skulpturales und architektonisches Problem blieb.

Durch unser Ziel bedingt, dieses Projekt, das letztlich zu einer Überklammerung, einer Ummantelung, zu einem metallenen Schutzmantel wurde, mit all uns zur Verfügung stehenden Energie zu verwirklichen, drangen wir auch in politische, gesellschaftliche, ethnische und religiöse Dimensionen vor und wurden auch mit dem Problem der Kommunikation intensiv konfrontiert.

In den 4 Jahren dieser Auseinandersetzung konnten wir Gespräche mit Professor Dr. Michael Daxner, Universität Oldenburg, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Dr. Erhard Busek, Safet Orucevic ehemaliger Bürgermeister von Mostar, Mag. Siegbert Janko, Kulturdirektor von Linz führen und bekamen Stellungnahmen von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, Kardinal Schönborn, Thomas Hirsch, Kunsthistoriker Düsseldorf, sowie Martin Loberg, Leiter des Instituts für politische Bildung in Dortmund etc...

Das Projekt wurde bisher in Ausstellungen in Wien, Stockholm, Zagreb, Belgrad, Sarajevo, Athen, Istanbul und Mostar gezeigt. Ausstellungen in nächster Zukunft: Galerie-halle Linz, Prag, Dortmund und Florenz.

Ferner wurde von uns ein Friedenspokal, der Mostar Peace Award, entworfen, der aus dem Motiv des Brückenprojektes abgeleitet, vom Zentrum für Frieden und multiethnische Zusammenarbeit Mostar gestiftet und im Juli 2004 Vaclav Havel überreicht wurde. Für dieses Jahr sind als Preisträger Stipe Mesić und Nelson Mandela vorgeschlagen.

Der nächste Schritt für die Verwirklichung ist die Bewilligung dieses Projekts durch den Stadtsenat von Mostar und die Unesco.

Durch die spontane Kooperation mit Ing. Mag. Johann Riegler und seiner Unternehmung A-Null EDV GesmbH ergeben sich jetzt neue Möglichkeiten.

Diese bestehen darin, das Brückenprojekt als zentralen Attraktor zu nutzen, aber gleichzeitig den Problemfokus zu erweitern und einen internationalen Wettbewerb, der das ganze Areal der Stadt Mostar umfasst, auszuschreiben, um so einen Beitrag für einen Stadtentwicklungsplan zu leisten.

Dieser Wettbewerb und das Projekt Peace Connection Mostar 3000 rücken Mostar wieder ins internationale Blickfeld und lassen es dieses Mal zu einem neuen zeitgemäßen friedlichen Brennpunkt am Balkan werden ohne die Stadt Mostar noch Bosnien und Herzegowina finanziell zu belasten.

W.M. Pühringer, Wien 2005