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Absichtserklärung Aufgrund meines Berufes (Architekt und Bildhauer) hat die Brücke von Mostar sowohl als Bauwerk als auch als Symbol schon lange vor dem Jugoslawienkrieg eine große Faszination auf mich ausgeübt. Anstoß für meine und Rifat Kurtagics Aktivitäten war die Trauer über den Balkankrieg und über die Zerstörung der Brücke von Mostar am 9.November 1993. Ich empfinde große Sympathie für die vom Krieg betroffene Bevölkerung und möchte diese auch zum Ausdruck bringen. Mein Respekt schließt auch die baumeisterliche Leistung der alten Brücke ein, die um 1566 vom türkischen Baumeister Hajrudin erbaut wurde und als berühmtestes Kulturdenkmal auf dem Balkan gilt. Als Foto auf Postkarten und als Miniaturartikel allgegenwärtig, war die alte Brücke vor ihrer Zerstörung auf die Liste zum Weltkulturerbe gesetzt worden. Mit 28m Spannweite ist sie eine der größten Brücken ihrer Zeit und ist Ausdruck für Völkerverständigung und zwischenmenschliche Verbindungen sowie auch eines regen Handelsverkehrs. Der Topos der Brücke steht per se für Verbindungen, Reisen und Kommunikation. Es war für mich klar, dass nach der gewaltsamen Zerstörung der Brücke und im Hinblick auf den Wiederaufbau, es nicht einfach bei der Rekonstruktion bleiben kann, sondern die Geschehnisses des Krieges in angemessener Weise in den Wiederaufbau eingezeichnet werden sollten. Die reine Rekonstruktion vermittelt mir ein falsches Bild, nämlich die Leugnung der Wunden des Krieges und somit deren Verdrängung. Mein Entwurf bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Harmonie und Disharmonie, Dynamik und Statik, Aggression und Ruhe, Beruhigung und Aufwühlung, von Wiedererkennung bis zum totalen Unverständis und zur Ablehnung. Als Ausdrucksmittel greife ich auf Metalle wie Messingplatten, Edelstahlrohre und Titanelemente zurück. Ich verschleiere die Bilder des Krieges nicht. Die Materialien des Krieges finden sich in der Skulptur wieder. Die Konstruktion wird so über den Stein gesetzt, dass dieser teilweise sichtbar bleibt. Altes und Neues gehen eine Symbiose ein, die 14t Metall werden so verarbeitet, dass es sich laut statischer Berechnung auf zwei Auflager selbst tragen kann. Meine Ummantelung der Brücke ist nur als temporäre Installation gedacht und ohne die Brücke zu beschädigen wieder demontierbar. Mein Entwurf steht aber nicht nur für die Schrecken des Krieges sondern auch für den Aufbruch in eine neue Zeit. Vielleicht kann die Skulptur als Symbol für alle dort vorhandenen ethnischen Gruppen die spürbaren Spannungen der Nachkriegszeit relativieren, in dem es den Gruppen ermöglicht, die Skulptur als altruistisches Zeichen zu erkennen und zu respektieren. In Zusammenarbeit mit dem Städtebau-Lehrstuhl der Technischen Universität in Wien stellen wir uns das Projekt auch als Katalysator für eine angemessene Stadterneuerung vor. Die Entwürfe des Lehrstuhls würden der Stadt Mostar zur Verfügung gestellt werden. Die Gruppe PEACE CONNECTION MOSTAR 3000 hat eine Reihe von Privatpersonen und Unternehmen angesprochen, die dieses Projekt finanziell unterstützen. Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch den Bau der Skulptur österreichische und deutsche Investoren nach Bosnien-Herzegowina zu bringen. Die Finanzierung des gesamten Projektes wird von PEACE CONNECTION MOSTAR 3000 und ihren Sponsoren übernommen. Michael Pühringer |